Build vs. Buy
SaaSpocalypse? Starbucks baut sich seine Software jetzt selbst
10. Juli 2026
Am 9. Juli wurde bekannt: Starbucks entwickelt mit generativer KI eigene Software, die Systeme von Microsoft (Inventar-Tracking) und IBM (Wartungsmanagement) ersetzen soll. Der Hintergrund: rund 400 Mio. USD jährliche Software-Ausgaben, die im Rahmen eines 2-Mrd.-Sparprogramms auf den Prüfstand kommen. Erste Eigenentwicklungen sollen bereits Ende nächsten Jahres live gehen.
Ein Kaffeekonzern – kein Tech-Unternehmen – traut sich zu, Enterprise-Software von zwei der größten IT-Anbieter der Welt selbst zu bauen. Vor zwei Jahren wäre das eine absurde Schlagzeile gewesen.
Unsere Einschätzung
Genau dieses Szenario haben wir auf unserer Konferenz zwei Wochen vorher als „SaaSpocalypse” skizziert: Wenn Software-Erstellung dramatisch billiger und schneller wird, gerät das SaaS-Geschäftsmodell unter Druck. Die drei Thesen vom 25. Juni lassen sich direkt auf den Starbucks-Fall anwenden:
- SaaS muss billiger werden. Wenn der Kunde die Alternative selbst bauen kann, verschiebt sich die Verhandlungsmacht. Nutzen Sie das bei der nächsten Vertragsverlängerung.
- Nur echte Moats überleben. Software mit exklusivem Datenzugang oder Netzwerkeffekten bleibt wertvoll. Generische Workflow-Tools – Inventarlisten, Wartungstickets – sind zuerst dran.
- Vorsicht vor Lock-in-Manövern. SaaS-Anbieter unter Druck werden versuchen, Kunden vertraglich enger zu binden. Wer jetzt langfristige Verträge unterschreibt, sollte Exit-Klauseln doppelt prüfen.
Aber „selbst bauen” heißt nicht „ein Prompt und fertig”
Skalierung, Qualität, Zuverlässigkeit und Wartung bleiben echte Engineering-Aufgaben. Die richtige Frage ist nicht mehr „Make or Buy?”, sondern: Wo ist Software strategisch genug, um sie zu besitzen – und wo mieten wir weiter?
Sie wägen bei einem konkreten System zwischen Build und Buy ab? Melden Sie sich bei der unten genannten Ansprechperson.